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Soda auf Seife: was es ist, warum es entsteht und wie man es vermeidet

TL;DR: Soda-Asche ist ein weißer, staubiger Belag auf Seife, der durch die chemische Reaktion der Oberfläche mit CO₂ aus der Luft entsteht. Es handelt sich dabei nicht um ein Sicherheitsrisiko, sondern lediglich um ein ästhetisches Problem. Vorbeugung: Abdecken der Form, Gelphase, Wasser senken. Abhilfe: Abdecken, Beschneiden.

Soda-Asche ist ein weißer oder grauer, pulverförmiger Belag, der sich in den ersten Stunden oder Tagen nach dem Füllen der Formen auf der Oberfläche von CP-Seife bildet. Es ist der häufigste kosmetische Fehler bei CP-Seife - ein Fehler, dem praktisch jeder angehende Seifenhersteller begegnen wird.

Die gute Nachricht: Soda ist eine rein ästhetische Angelegenheit - die Seife ist völlig unbedenklich in der Anwendung und ihre Qualität wird in keiner Weise beeinträchtigt. Es geht nur um das Aussehen.

Warum wird Soda chemisch gebildet?

Soda entsteht, wenn die Oberfläche von frischer CP-Seife mit CO₂ aus der Luft in Berührung kommt. Unverseifte oder teilverseifte Alkalien auf der Oberfläche reagieren mit Kohlendioxid aus der Luft zu Natriumcarbonat (Na₂CO₃) oder Natriumbicarbonat (NaHCO₃).

Das Ergebnis ist ein weißer kristalliner Belag auf der Oberfläche - das gleiche Natriumcarbonat, das auch Waschmitteln zugesetzt wird.

Soda-Asche ≠ nicht verbrauchte Lauge. Manchmal wird angenommen, dass es sich bei der weißen Schicht um Reste von Natriumhydroxid handelt - das stimmt nicht. NaOH ist eine starke Base, die Verbrennungen verursachen würde. Soda ist ein schwaches Salz, das völlig ungefährlich ist.

Warum Soda in manchen Rezepten mehr vorkommt

Das Risiko von Sodawasser steigt:

Hoher Gehalt an Ölsäure (Olein): Olivenöl, Sonnenblumenöl, Sesamöl - Rezepte mit einem hohen Anteil an Olein sind anfälliger. Olein verlangsamt die Spurbildung und verlängert die Zeit, in der die Seifenoberfläche nass und alkalisch ist.

Niedrigere Produktionstemperaturen: Die Kaltproduktion bei Öl-/Bogen-Temperaturen unter 35 °C erhöht das Risiko.

Unzureichende Abdeckung der Schimmelpilze: Oberflächen, die der Luft ausgesetzt sind, sind wesentlich anfälliger.

Fehlen einer Gelphase: Seife, die die Gelphase nicht durchlaufen hat (CPOP), verseift langsamer und ist länger der Luft ausgesetzt.

Hoher Wassergehalt: Mehr Wasser in der Rezeptur = längere Oberflächenverdunstung = mehr Gelegenheit für Soda-Asche.

Vorbeugung gegen Natronlauge

1. die Form abdecken

Die einfachste und wirksamste Maßnahme. Decken Sie die gefüllte Form mit einer dicht schließenden Kunststofffolie (Lebensmittelfolie) oder einem Deckel ab. Die Folie verhindert, dass die Oberfläche mit CO₂ aus der Luft in Berührung kommt.

Technik: Drücken Sie die Folie direkt auf die Oberfläche der Seifenmasse - kein Luftpolster zwischen Folie und Oberfläche.

2. Gelphase unterstützen

Während der Gelphase durchläuft die Seife den alkalischen Prozess schneller und die Oberfläche schließt sich früher. Erwärmen Sie die Form in einem warmen (nicht heißen) Raum oder wickeln Sie sie in Handtücher ein.

Hinweis: Die Gelphase verursacht ein dunkleres, transparentes "Fenster" im Querschnitt der Seife - das ist normal und erwünscht. Bei Milch- oder Honigrezepturen ist die Gelphase zu kontrollieren, um eine Überhitzung zu vermeiden.

3. Lavendel- oder Speisestärkepulver auf der Oberfläche

Besprühen oder bestreuen Sie die Oberfläche der frisch gegossenen Seife mit einem feinen Pulver (Lavendel, Maisstärke). Das Pulver absorbiert die Feuchtigkeit auf der Oberfläche und verringert den Kontakt mit CO₂.

Ästhetische Wirkung: Das Pulver erzeugt auch eine dekorative Textur oder einen visuellen Effekt.

4. Arbeiten mit höherer Produktionstemperatur

Mischen Sie die Öle und die Laugungslösung bei 40-45 °C, anstatt sie bei 30 °C kalt herzustellen. Höhere Temperaturen beschleunigen die Spurbildung und verkürzen die alkalische Einwirkungszeit auf die Oberfläche.

5. Verringerung des Wassergehalts (Wasserrabatt)

Versuchen Sie statt des Standardverhältnisses von 38 % Wasser zu Öl 30-33 %. Weniger Wasser = schnellere Aushärtung und kürzeres Zeitfenster für die Soda-Asche. Vorsicht: Ein geringerer Wasseranteil beschleunigt auch die Spurbildung, was die Gestaltung von Wirbeln erschweren kann.

6. Natriumlactat hinzufügen

Natriumlactat (1 Teelöffel pro 500 g Öle in der Auslaugungslösung) beschleunigt die Verfestigung - kürzere Zeit bis zum Verschluss der Oberfläche.

Wie entfernt man Soda, wenn es sich bereits gebildet hat?

Wenn die Soda immer noch auftaucht, haben Sie drei Möglichkeiten:

Dampfen

Die sanfteste Methode. Verwenden Sie einen Handdampfer (für Kleidung, Haare) oder einen Topf mit Dampf:

  1. Halten Sie die Seife 10-20 Sekunden lang über den Dampf auf die betroffene Stelle.
  2. Die Soda-Asche wird sich auflösen - der weiße Belag wird verschwinden.
  3. Die Oberfläche wird ausgerichtet und geglättet.
  4. Trocknen und aushärten lassen.

Vorteil: Erhält die Dekoration auf der Oberfläche, entfernt nicht die Farbe.

Trimmen (Hobeln)

Die dünne obere Schicht (1-2 mm) mit einem Seifenschaber oder Messer abschneiden. Geeignet für Laibformen, bei denen die Oberseite nicht dekorativ ist.

Vorteil: Schnell und zuverlässig. Nachteil: Verlust des Seifenteils, kann nicht für Cupcakes oder verzierte Seifen verwendet werden.

Waschen (Spülen)

Spülen Sie die Oberfläche der Seife mit warmem Wasser ab und wischen Sie sie mit einem feuchten Tuch ab. Die Soda-Asche wird sich im Wasser auflösen.

Nachteil: Die Oberfläche wird nach dem Trocknen stumpf und weniger attraktiv sein. Nur für "Arbeitsseifen" ohne ästhetische Anforderungen geeignet.

Wenn Soda NICHT vollständig beseitigt werden kann

Einige Formeln sind von Natur aus anfällig und die Soda-Asche kehrt auch nach der Behandlung zurück:

  • Castile Seife (100% Olivenöl) - Auf der Oberfläche bildet sich praktisch immer Soda-Asche
  • Sehr einfache Rezepte ohne gesättigte Fette
  • Seife, die in einer kalten Umgebung hergestellt wird (Winterwerkstatt)

Nehmen Sie in diesen Fällen Soda als charakteristisches Merkmal der Naturseife an oder planen Sie, sie zu trimmen.

Soda-Asche im Vergleich zu anderen weißen Beschichtungen

Nicht jeder weiße Belag auf Seife ist Soda. Sie können es sein:

Migration von Titandioxid: Wenn Sie zu viel TiO₂ verwendet haben oder es nicht ausreichend gemischt wurde, können sich weiße Schlieren oder Flecken auf der Oberfläche bilden. Es unterscheidet sich von Soda dadurch, dass es kompakter ist und sich nicht mit Dampf zersetzt.

Stearinsäure-Spots: Weiße Punkte oder Flecken von unverseifter Stearinsäure oder Palmöl. Siehe DOS und andere Spots.

Dunst: Bei transparenter Seife - normale Kondensation von Feuchtigkeit auf der Oberfläche.

Häufig gestellte Fragen

Ist Soda auf Seife wirklich sicher? Ja, vollkommen sicher. Soda (Na₂CO₃) ist eine schwach alkalische Spezies - die gleiche wie in Waschmitteln. Es ist kein unverbrauchtes NaOH.

Wie lange dauert es, bis Soda erscheint? In der Regel innerhalb der ersten 24-72 Stunden. Wenn die Oberfläche bedeckt oder abgedeckt ist, sinkt das Risiko nach den ersten 24 Stunden erheblich.

Kann ich Soda gänzlich vermeiden? Bei einigen Rezepten (kastilische Seife) ist dies fast unmöglich. Bei anderen ist die Vorbeugung durch diese 6 Maßnahmen in 80-90 % der Fälle wirksam.

Verändert Soda die Qualität der Seife? Ganz und gar nicht. Die Seife ist funktionell identisch. Ein rein ästhetischer Mangel.

Kann man Soda ohne Dampfen reparieren? Ja - durch Abschneiden von 1-2 mm der obersten Schicht. Nicht ideal für Designerseifen, aber es funktioniert.

Wie hoch ist der maximale Wassergehalt für die Mindestmenge an Soda? Ein Wasser-zu-Öl-Anteil von 30-33 % verringert das Risiko von Soda erheblich.

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